Energetiesche Arbeitssicherheit

Geleitwort aus medizinischer Sicht

"Wohl jedes der Zeitalter wies Gegebenheiten auf, die seine Zeitgenossen meinen ließen, ihre Zeit wäre bemerkenswert fortschrittlich. Für unser jetziges Dasein gilt dies in besonderem Maße.

Im vorigen Jahrhundert waren es hauptsächlich Industrialisierung und Technisierung: In weniger als hundert Jahren haben sich Entwicklungen vollzogen, die Eisenbahn, Fahrrad, Auto, Flugzeug, Rakete und sogar die Mondlandung sowie die Errichtung einer Weltraumstation hervorgebracht haben.

Neben vielem anderen betrifft uns gegenwärtig vor allem die kulturell umwälzende Globalisierung und Medienentwicklung mit rasanter Ausweitung, Verdichtung, Vernetzung der Informationstechniken. Dies gilt ebenso mit Blick auf die heutige Medizin: Es ist revolutionär, dass wir am menschlichen Erbmaterial hantieren, an unseren Genen. Bildlich gesprochen sind wir zugange, die allerkleinsten Bausteine unseres Menschseins zu ergründen. Gleichzeitig wenden wir uns aber eifrig unseren universellen Belangen zu, denn als Gegenpol etabliert sich eine sogenannte Energie- und Informationsmedizin.

Es ist ja nichts Neues, dass man mit energetischen Methoden heilwirksam tätig sein kann. Schon unsere Ahnen haben zu Therapiezwecken energetisch zu arbeiten gewusst. Priesterschaft, Heilen, Lehren waren früher oftmals in ein und derselben Person vereinigt. Das Wissen von Schamanen oder afrikanischen Medizinmännern und deren Wirken mit unsichtbaren Kräften sowie die Tätigkeit von Geistheilern, Gesundbetern und Medien wird in vielen Kulturen von einer Generation zur nächsten weitergegeben und hat sich dort fest in der Gesellschaft verankert.

Das heilerische Wissen und Handeln war mit persönlicher Reife sowie Gottesglauben oder einer verantwortungsbewussten ethischen Haltung verknüpft. Es wurde strikt geheim gehalten, weil diese Kenntnisse und Arbeitsweisen Zugang zu Machtmechanismen ermöglichten und außerdem, bei falscher Handhabung, die damit einhergehenden Gefährdungen auszulösen vermochten. Die Schüler energetischer Heilweisen mussten sich für lange Zeit vielfach bewähren, bevor sie dann im Zuge von Initiationsriten als sogenannte Meister Anerkennung fanden. Diese Einstellung ist in diesen Kreisen großteils bis in die Gegenwart erhalten geblieben.

In unserer heutigen Zeit und in unseren Breitengraden hat die Esoterikbewegung gewaltige Ausmaße angenommen. In Wochenendseminaren und Workshops kann sich jede Person zu einem sogenannten Therapeuten heranbilden lassen und damit sofort tätig werden, denn zumindest hier in Deutschland ist dies kein geschützter Titel. Das energetische Behandeln erscheint als eine recht elegante Angelegenheit, weil es scheinbar überall wirksam, relativ einfach zu handhaben und weitgehend gefahrlos ist, zumal es unsichtbar bleibt und unmerklich zu sein scheint.

Andererseits bestehen längst überall auf der Welt allerhöchste Sicherheitsbestimmungen und lückenlose Überwachungssysteme für eine Energieform, die ebenfalls nicht mit den menschlichen Sinnesorganen wahrzunehmen und höchst wirksam und gefährlich ist, nämlich die Atomkraft.

Bislang sind zwar noch keine energetischen Krankheiten klassisch medizinisch definiert worden. Jedoch ergeben sich, meiner Ansicht nach, im Arztpraxis-Alltag immer häufiger eher diffuse Zustandsbilder und indifferente Beschwerdeschilderungen, die über die bisher geläufigen sogenannten psychosomatischen Erscheinungen hinausgehen und sich nicht hinreichend diagnostisch zuordnen lassen. Dabei scheinen mir die chronischen Erschöpfungssyndrome zu überwiegen. Auch gewinne ich immer mehr den Eindruck, dass geläufige Therapieverfahren sich nicht mehr zuverlässig gestalten und sich bei Patienten Erscheinungen herausbilden, die aus von ihnen durchgemachten Krankheitsverläufen stammen.

Es fehlen noch bei weitem die nötigen Beweise bezüglich der komplexen Zusammenhänge zwischen den körperlich empfundenen Krankheitszuständen und den gegebenenfalls diese verursachenden energetischen Beeinträchtigungen. Ohne Zweifel haben wir in unserer Zeit erstmals eine Vielzahl organisch womöglich ungesunder künstlich erzeugter Wellenqualitäten zu verkraften, die sich im Zuge des Fortschritts wohl weiter vermehren dürften.

Im Hinblick auf das energetische Behandeln besitzen wir vorerst wohl nur den Hauch einer Ahnung von Dauerhaftigkeit, Stärke und Umfang der energetischen Kräfte sowie ihrer noch längst nicht ausreichend bekannten, geschweige denn erschlossenen Möglichkeiten der Entfaltung und Einflussnahme. Wir sind uns also weder der inneliegenden Macht und Gefahr bewusst, noch sind wir fähig, diese auch nur annähernd zu meistern, was aber notwendig ist.

Ich kann mich da nur dem Ausspruch des Vaters einer meiner Patientinnen anschließen. Diese ist schon seit vielen Jahren überaus kompetent als Heilpraktikerin tätig. Als Kind sagte sie damals: "Vater, ich habe getan, was ich konnte." Dieser antwortete: "Das kann jeder. Du musst können, was du tust!"

In diesem Sinne dient dieses Buch dem hohen Zweck eines allzeit kompetenten, mitmenschlichen und verantwortungsbewussten Umganges mit dem überaus wertvollen Gut des gegebenen Energetisch-wirken- und -fühlen-Könnens."

Dr. med. Hans Nowotny
Arzt für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie, Bad Aibling

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